Ausstellung zum Projekt von Spirit of Football im jordanischen Flüchtlingscamp

RESILIENZ FÜR AZRAQ

Ausstellung zum Projekt von Spirit of Football im jordanischen Flüchtlingscamp Fotos und Installation von Sebastian Stützer

„Dort am Schmelztiegel der Realitäten scheint alles super weit entfernt von einem selbst und dennoch zum Greifen nahe. Exotisch und fremd und nicht wirklich „normal“. Dieses Realitätsspektrum soll der Ausgangspunkt dieser Ausstellung und somit unser kleinster gemeinsamer Nenner sein.“ Sebastian Stützer

Vom 25. Februar bis 2. März 2018 führte ein fünf-köpfiges Team von Spirit of Football e.V. den ersten Teil des Projekts „One Ball, One World“ im Azraq Flüchtlingscamp in Jordanien durch. Es war für die Beteiligten eine bewegende Reise. Denn obwohl die Menschen dort nicht viel haben, nehmen sie es, wie es scheint, sportlich-fair hin. In Jordanien ist 40-50 Prozent der Bevölkerung palästinensisch. Somit bildet die gespaltene Volksgruppe der Palästinenser mit zehn Millionen, neben der der Kurden, die größte Diaspora weltweit. Seit dem Krieg in Syrien ist eine weitere Volksgruppe in diesem Land im Schutzstatus. Syrische Geflüchtete, die sich seit Ausbruch des Bürgerkrieges unter anderem in zwei urbanen Refugee Camps in Jordanien befinden, bilden die Zielgruppe für Spirit of Footballs neueste Projektreihe.

Bei der „Train-the-Trainer“ Projektreihe „One Ball, One World“ werden Menschen nach Kriterien wie Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, eigener Erfahrung durch Kindererziehung oder einer adäquaten Berufsausbildung von den Camp-Betreibern angeworben. Sie können Teil eines dreistufigen Bildungsprogramms sein, in dem bestimmte Methoden und das ethisch-moralische Wertesystem von Spirit of Football durch Workshop-Inhalte vermittelt werden. Ziel ist es, dass sie dieses Wissen in persönliche Werkzeuge umwandeln, um selber Bildungsprojekte oder soziales Lernen mit Kindern in den Camps durchzuführen. Langfristig streben die Campleitung und Spirit an, dass sich positive Resilienzerfahrungen im Bewusstsein der Menschen ausprägen. Die Hoffnung ist das, was am meisten benötigt wird, denn es ist nicht leicht, diesen vertriebenen Menschen eine Zukunftsperspektive zu bieten. Nicht erst seit vier sondern eigentlich im Zuge der letzten vierzig Jahren blieben langfristige Problemlösungen aus. In den Tagen mit den Menschen im Azraq Camp war dieses spürbar, doch vielleicht kann die innere Stärkung der Teilnehmer im Laufe der Workshopreihe der äußeren Hoffnungslosigkeit etwas entgegensetzen.

Das Projekt „One Ball, One World“ wird vom Auswärtigen Amt gefördert